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"Vollkaskomentalität ist Blödsinn"

absatzwirtschaft Nr. 04 vom 01.04.2002

Bernd Schmitz, Geschäftsführer bei
der CANINENBERG & SCHOUTEN GmbH, einem international tätigen Versicherungsmakler für Medien, Sport und Film über Versicherungen für das Marketing.

Herr Schmitz, sind deutsche Marketingabteilungen unterversichert?

Schmitz: Man muss unterscheiden: Marketingabteilungen in Unternehmen wissen sehr wenig über Versicherungsinstrumente für Marketingaktionen. Marketing- bzw. Werbefilmagenturen dagegen fragen gezielt Versicherungspakete ab.

Wo vermuten Sie in Unternehmen Deckungslücken oder nicht bedachte Risiken? Und wo sind Marketingaktivitäten überversichert?

Schmitz: Es ist im Einzelfall zu prüfen, ob jemand überversichert ist. Allerdings halte ich auch eine Vollkaskomentalität für Blödsinn. Es geht darum, sich seines Eigenrisikos bewusst zu sein, also zu wissen, bis zu welchem Ausmaß man Schäden selbst tragen kann und will.

Welche Aktionen würden Sie als Marketingverantwortlicher eines Mittelständlers versichern, welche nicht?

Schmitz: Alle Aktionen, die ein Risiko beinhalten, das ich nicht tragen will. Im konkreten Fall würde ich die Risikolage mit einem Berater abklären. Also zum Beispiel Veranstaltungen wie die Präsentation der neuen Modekollektion: Kunden aus aller Welt sind geladen. Falls die Kollektion weg ist, springt eine Versicherung für alle Kosten ein.

Wo sind Marketingverantwortliche besser aufgehoben: Bei einer Versicherung direkt oder bei einem Makler?

Schmitz: Im Gegensatz zur Versicherung handelt der Makler ausschließlich im Interesse des Kunden und haftet für seine Beratung. Des Weiteren ist er nicht von den Produkten einer Versicherung abhängig.

Hört die Unabhängigkeit des Maklers nicht spätestens bei der Höhe der Vermittlungsprämie auf?

Schmitz: Nein, Wettbewerb und das Interesse an einer langfristigen Kundenverbindung lassen solch kurzfristige Überlegungen nicht zu. Ein Mandat kann vom Kunden jederzeit mit sofortiger Wirkung gekündigt werden. Und: Im Schadensfall vertritt der Makler die Interessen des Kunden und kann die Regulierung erleichtern.

Das Gespräch führte Michael Seibold.

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Aktualisiert: 15.02.2007   Impressum © CANINENBERG & SCHOUTEN GMBH   Seitenanfang